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Finsterwalde: Komm hilf mir mal die Rolle drehn!

Soll heute die Wäsche von Falten befreit werden, kommt das Bügeleisen zum Einsatz. Fast verschwunden sind die Kaltmangeln, zu denen die Hausfrau ihre frisch gewaschene, gelegte und in ein Rolltuch gewickelte Wäsche trug.

Datum:

30.10.2022

Ort:

Sänger- und Kaufmannsmuseum

Ansprechperson Olaf Weber

Lange Straße 6/8
03238 Finsterwalde

03531 / 30783
E-Mail schreiben

Ortschaft:

Finsterwalde

Preis:

4,00 €
ermäßigt 2.00 €

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Auch in Mangeln, oft wahre Monstren aus Holz, war das lange, schmale Tuch unentbehrlich, denn mit seiner Hilfe wurde die Wäsche um die Walze gewickelt, fixiert und vor Schmutz geschützt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden große Rollen mit Handkurbeln und Schwungrad üblich. Da sich kleine Haushalte diese Ungetüme nicht leisten konnten, mietete man sie bei Bedarf für jeweils eine Stunde. Fast jedes Seifengeschäft verdiente daran, dass es in einem Nebenraum eine Mangel bereithielt. Mit zunehmendem Wohlstand wurde das farbige und dekorative Rolltuch zum neuen Statussymbol. Die bislang einfarbigen Tücher trugen jetzt aufwändige Motive im Stil der Zeit. In den 70er-Jahren begann mit der bügelfreien Wäsche das große „Rollensterben“, mit dem dann auch die Rolltücher aus den Haushalten nach und nach verschwanden.

Die Sonderausstellung „Komm hilf mir mal die Rolle drehn“ zeigt Rolltücher aus der Privatsammlung der Berlinerin Gisela Meyer sowie Mangeltechnik im Original und Modell. Ein Mitmachprogramm für kleine und große Museumsbesucher macht die große Wäsche der Vorfahren greifbar und zeigt, welche historischen Hausmittel und Helfer aus der Natur auch in der Waschküche zum Einsatz kamen.