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Sachzeugen. Depotfunde zum Dritten Reich

Derzeit im Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde: die Sonderausstellung "Sachzeugen. Depotfunde zum Dritten Reich". In Kooperation mit der BücherKammer Herzberg nimmt der Museumsverbund Elbe-Elster das 75. Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs zum Anlass, Depotfunde zum Dritten Reich vorzustellen.

Datum:

28.03.2021

Ort:

Museumsverbund Landkreis Elbe-Elster

c/o Museum Schloss Doberlug

Schlossplatz 1
03253 Doberlug-Kirchhain

035322 688520
035322 6888529
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Als Wanderausstellung konzipiert und mit Leihgaben privater Sammler ergänzt, wird die kleine Schau nach einem ersten Halt in Mühlberg nun in Finsterwalde, Doberlug, Herzberg und sowie in Bad Liebenwerda gezeigt.

Eine übergreifende Betrachtung der Zeit vor dem 8. Mai 1945 gibt es für das Gebiet des heutigen Landkreises Elbe-Elster nicht. Die Zusammenschau von Einzeluntersuchungen führt zu der Erkenntnis, dass sich die damaligen Kreise Luckau, Liebenwerda und Schweinitz wenig von anderen Regionen Deutschlands unterschieden. Erdrutschartigen Wahlergebnissen für die NSDAP folgten nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 die schnelle Gleichschaltung des öffentlichen Lebens ebenso wie die Verfolgung Andersdenkender. Die zunehmende Militarisierung des Alltags und eine allgegenwärtige Präsenz der nationalsozialistischen Ideologie in allen Lebensbereichen spiegelt sich in Zeitzeugenberichten ebenso wie in den in der Sonderausstellung gezeigten Depotfunden. Die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs kündigt sich in der Verehrung vermeintlicher Helden an und endet schließlich in unermesslichen zivilen und militärischen Opfern. Zu den Ausstellungsobjekten gehören unter anderem eine Sammlungskiste zweier Jugendlicher für Autogramme nationalsozialistischer Größen, der Grabstein eines russischen Soldaten, das Schild der NSDAP-Ortsgruppe Massen, das Typenschild eines abgeschossenen alliierten Flugzeugs oder ein hölzernes Grabkreuz für einen gefallenen Liebenwerdaer. Eine Medienstation präsentiert den vor einigen Jahren aufgefundenen Film über die 600-Jahrfeier Finsterwaldes 1936. Neben zahlreichen Finsterwaldern, einschließlich der damalsherrschendenNazigröße, und deren Gästen, zeigt der etwa 25 Minuten lange Streifen auch viele Straßen, Plätze und Betriebe der Sängerstadt.

Diese Ausstellung wird eine tiefgreifende wissenschaftliche Untersuchung nicht ersetzen können. Ihre Zusammenstellung unterliegt weitestgehend dem Zufall: Sie zeigt, was die Depots der Häuser des Museumsverbunds Elbe-Elster und Privatpersonen über die Jahre an Sachzeugen zum Dritten Reich aufgenommen und gesammelt haben. Dennoch ermöglicht sie es in der direkten Beschäftigung mit dem Objekt, die Ideologisierung und Militarisierung des Alltags, den Fanatismus der Zeit, aber auch die Banalität des täglichen Lebens wahrzunehmen.