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Vorschau: Die Sammlung Dohna in Doberlug

Die einzigartige ostpreußische Sammlung Dohna-Schlobitten kommt nach Brandenburg: Sie wird ab voraussichtlich Ende 2022 als Leihgabe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Museum Schloss Doberlug zu sehen sein, das damit einen Schwerpunkt auf die mitteleuropäische Adelskultur setzt. Der mehr als 1.000 Objekte - darunter Gemälde, Grafiken, Bücher, Skulpturen, Möbel, Textilien, Silber, Glas und Porzellan - umfassende Bestand europäischer Adelskultur gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen seiner Art in deutschem Museumsbesitz.

Das Geschlecht der Burggrafen zu Dohna war eine der einflussreichsten Familien in Sachsen und später in Ostpreußen. Durch die enge Bindung an den brandenburgisch-preußischen Hof gelangten zahlreiche Werke der Berliner Kunst ins ostpreußische Schlobitten. Die dort seit 1525 ansässigen Dohnas ergänzten und bewahrten die Sammlung mehr als 400 Jahre lang bis zum Zweiten Weltkrieg. Der letzte Schlossherr, Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten, konnte einen Großteil des Kunstinventars kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges evakuieren.

Im Jahr 1978 erwarb die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Berlin mit Förderung der LOTTO-Stiftung Berlin einen Teil der Sammlung als Ersatz für die im Krieg verlorenen Kunstschätze in Schloss Charlottenburg. Später folgten weitere Ankäufe, unter anderem vom Bund im Jahr 1992, um den gewachsenen Sammlungszusammenhang dauerhaft bewahren zu können. 2009 bis 2021 zeigte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ausgewählte Exponate der Sammlung Dohna-Schlobitten im Schloss Schönhausen in Berlin. Alle anderen Stücke befanden sich in den Depots der SPSG, da die Möglichkeiten einer weiteren räumlichen und thematischen Entwicklung des Bestands in Schönhausen begrenzt waren. Der Umzug ins Brandenburgische Doberlug wird es ermöglichen, ein umfangreicheres Spektrum der Sammlung im Kontext mitteleuropäischr Adelskultur zuu präsentieren.

Möglich gemacht wird die neue ständige Ausstellung im Museum Schloss Doberlug durch die großzügige Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ und der Reemtsma-Stiftung sowie mit Eigenmitteln des Landkreises Elbe-Elster. Die mit dem Projekt verbundenen Restaurierungen sind in einer guten fachlichen Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg umgesetzt worden.