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Wir decken die Tafel: Ein Vorbote der Sammlung Dohna in Doberlug

Unter dem Titel „Wir decken die Tafel. Ein Vorbote der Sammlung Dohna in Doberlug“ geben die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und das Museum Schloss Doberlug ab dem 7. Juli einen ersten kleinen Einblick in die für 2021 geplante große Präsentation zur Adelskultur im Museum Schloss Doberlug. In einem Saal des Renaissanceschlosses wird eine prachtvolle Tafel gedeckt, die eine Tafelsituation im heute zerstörten Schloss Schlobitten (Slobity, Polen) nachempfindet: Auf das Damasttuch kommt dabei feinstes Tafelporzellan aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Zum Porzellan gesellen sich Silberbesteck und -leuchter sowie Münzbecher. Beistelltische zeigen weiteres Porzellan, auf einem Buffettisch versammeln sich Dosen, Deckelpokale und Becher aus Silber und Glas. In Vitrinen werden Fayencen, chinesisches Porzellan sowie eine Dejeuner-Ausstattung aus Meißen präsentiert, und Gemälde-Stillleben führen das Thema Tafelkultur fort. In einer kleinen Begleitpräsentation unter dem Titel „Tischlein-deck-dich“ können Besucher zudem entdecken, wie sich die Tafelkultur im 18. und 19. Jahrhundert veränderte und selbst an einer Tafelinszenierung Platz nehmen. Möglich gemacht wurde dieser Vorbote der Sammlung Dohna durch großzügige Förderungen des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sowie der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“.

Die einzigartige ostpreußische Sammlung Dohna-Schlobitten kommt nach Brandenburg: Sie wird ab 2021 als Leihgabe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Museum Schloss Doberlug zu sehen sein, das damit einen Schwerpunkt auf die mitteleuropäische Adelskultur setzt. Der mehr als 1.000 Objekte - darunter Gemälde, Grafiken, Bücher, Skulpturen, Möbel, Textilien, Silber, Glas und Porzellan - umfassende Bestand europäischer Adelskultur gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen seiner Art in deutschem Museumsbesitz.

Das Geschlecht der Burggrafen zu Dohna war eine der einflussreichsten Familien in Sachsen und später in Ostpreußen. Durch die enge Bindung an den brandenburgisch-preußischen Hof gelangten zahlreiche Werke der Berliner Kunst ins ostpreußische Schlobitten. Die dort seit 1525 ansässigen Dohnas ergänzten und bewahrten die Sammlung mehr als 400 Jahre lang bis zum Zweiten Weltkrieg. Der letzte Schlossherr, Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten, konnte einen Großteil des Kunstinventars kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges evakuieren.

Im Jahr 1978 erwarb die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Berlin mit Förderung der LOTTO-Stiftung Berlin einen Teil der Sammlung als Ersatz für die im Krieg verlorenen Kunstschätze in Schloss Charlottenburg. Später folgten weitere Ankäufe, unter anderem vom Bund im Jahr 1992, um den gewachsenen Sammlungszusammenhang dauerhaft bewahren zu können. Seit 2009 zeigt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ausgewählte Exponate der Sammlung Dohna-Schlobitten im Schloss Schönhausen in Berlin. Alle anderen Stücke befinden sich in den Depots der SPSG, da die Möglichkeiten einer weiteren räumlichen und thematischen Entwicklung des Bestands in Schönhausen begrenzt sind.

Derzeit treffen die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und das Museum Schloss Doberlug die nötigen Vorbereitungen für den Umzug der Sammlung, zu denen u.a. umfangreiche Restaurierungen gehören. Ab Juli 2019 macht eine Sonderausstellung mit ausgewählten Einzelstücken einen ersten Einblick in das Kunstinventar der Burggrafen zu Dohna-Schlobitten möglich. Die Eröffnung der neuen Dauerausstellung ist für 2021 avisiert.