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Mühlberg: Geschröpft und zur Ader gelassen

Eine Sonderausstellung des Museums Mühlberg 1547 beleuchtet die vielfältigen Aspekte der mittelalterlichen Heilkunst.

Datum:

08.09.2024

Ort:

Mitteldeutsches Marionettentheatermuseum

Ansprechperson Ralf Uschner

Burgplatz 2
04924 Bad Liebenwerda

035341 / 12455
E-Mail schreiben

Ortschaft:

Mühlberg

Preis:

6,00 €
ermäßigt 4 €

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Aderlass, Schröpfen und das Kauterisieren (Brennen) waren beliebte Heilmethoden im Mittelalter. Für ihre Diagnosen beriefen sich die Heilkundigen auf die Harnschau, der Urin wurde dabei nach Farbe, Geruch und sogar Geschmack beurteilt. Die antike Philosophie der „Viersäftelehre“ lag den mittelalterlichen Vorstellungen zur Heilkunst zugrunde. Während die Klostermedizin sich systematisch mit der Wirkung von Heilkräutern beschäftigte, von denen viele heute noch verwendet werden, trieben auf Märkten Scharlatane und Quacksalber ihr Wesen. Verheerenden Seuchen wie der Pest stand man hilflos gegenüber, denn Ursachen und Übertragungswege vieler Erkrankungen waren unbekannt. So glaubte man, schmerzende Zähne seien von Zahnwürmern befallen. Kräuterfrauen und Hebammen spielten eine bedeutende Rolle in der Volksmedizin, doch wurde ihr Wissen nicht schriftlich überliefert.

Eine neue Sonderausstellung des Museums Mühlberg 1547 beleuchtet die vielfältigen Aspekte der mittelalterlichen Heilkunst. Sie berichtet von Badern, Feldschern und Barbieren, von magischen Heilmitteln wie dem Theriak und der „Dreckapotheke“, vom Antoniusfeuer und der Lepra sowie von der Heilkunst Hildegard von Bingens.

Die von der Kunsthistorikerin Dr. Alice Selinger aus Dreieich kuratierte Ausstellung ist bis zum 08. September zu sehen. Ein Vortrag von der Kuratorin beendet an diesem Tag um 17.00 Uhr die Präsentation. Für den Vortrag wird um Voranmeldung unter museum-muehlberg1547@lkee.de oder Tel. 035342 837002 gebeten.