Museum Mühlberg 1547 feiert 100. Geburtstag
Ein dauerhafter Ort für diese Sammlung fand sich 1926 in der ehemaligen Klosterpropstei, einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das die Familie von Winterfeldt bereitstellte. Mit der Einrichtung der Ausstellungsräume begann die Geschichte des Museums. Maßgeblich geprägt wurde diese frühe Phase durch den Kustos Hans Kretschmann, der die Sammlung ordnete, erweiterte und wissenschaftlich betreute.
Die weitere Entwicklung des Museums verlief nicht ohne Brüche. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Teile der Sammlung ausgelagert; Verluste konnten dennoch nicht verhindert werden. Bereits kurz nach Kriegsende wurde das Museum jedoch wiedereröffnet und weitergeführt. In den 1970er-Jahren kam es nach dem krankheitsbedingten Rückzug von Hans Kretschmann zu einer Schließung und zur Angliederung an das Kreismuseum Bad Liebenwerda. Erst nach umfangreichen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen konnte das Haus 1984 erneut öffnen.
Mit der Rückkehr in die städtische Trägerschaft im Jahr 1986 begann eine Phase des Neuaufbaus. Trotz begrenzter personeller und technischer Ressourcen organisierte Martina Pöschl, seit 1986 für das Haus zuständig, Ausstellungen und entwickelte die Museumsarbeit kontinuierlich weiter. Nach 1990 stand das Museum vor grundlegenden strukturellen Entscheidungen; sein Fortbestand wurde jedoch mit einem Beschluss der Mühlberger Stadtverordneten gesichert. In den folgenden Jahren konnten erste bauliche Verbesserungen umgesetzt werden; allerdings wurde der Sanierungsbedarf der fast 500 Jahre alten Propstei immer deutlicher.
Einen entscheidenden Entwicklungsschritt markierte die Neukonzeption des Museums im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum 2017. Die Schlacht bei Mühlberg von 1547 rückte dabei als Ereignis von europäischer Bedeutung stärker in den Fokus. Mit Unterstützung des Landes Brandenburg, des Landkreises Elbe-Elster, der Stadt Mühlberg sowie weiterer Förderer wurde das Museum umfassend saniert, erweitert und inhaltlich neu ausgerichtet.
Nach mehrjähriger Umbauphase eröffnete das Haus 2015 unter dem Namen „Museum Mühlberg 1547“ neu, ist seitdem in den Museumsverbund Elbe-Elster integriert und befindet sich in Trägerschaft des Landkreises Elbe-Elster. Seither hat sich das Museum als lebendiger kultureller Ort etabliert. Neben den Dauerausstellungen prägen Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Bildungsangebote das Profil des Hauses.
Heute, 100 Jahre nach seiner Gründung, ist das Museum Mühlberg 1547 ein wichtiger Ort der regionalen Geschichtsbewahrung und -vermittlung. Es verbindet historische Forschung mit zeitgemäßer Präsentation und trägt dazu bei, die Geschichte der Stadt und der Region einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Höhepunkte im Jubiläumsjahr
17.05. – 30.08. Aus Liebe zur Stadt. Hans Kretschmann als Maler und Museumsmacher. Ausstellung
31.05., 14.00 Uhr Jubiläumsvortrag in der Propstei: Haus- und Museumsgeschichte, erzählt von Martina Pöschl
05.06., 17.00 Uhr Spanischer Abend: Geschichte, Kulinarik, Musik und Tanz
28.11.2026 – 14.03.2027 Mühlbergs Geschichte und Gegenwart. Ausstellung historischer Aufnahmen und Fotos von Frank Winters
Zeitstrahl – 100 Jahre Museum Mühlberg 1547
| Vorgeschichte / Propstei und Verein für Heimatgeschichte | |
| 1531 | Bau der Klosterpropstei |
| nach 1547 | Säkularisierung des Klosters, Umwandlung in landwirtschaftliches Gut |
| 1901 | Gründung des Vereins für Heimatkunde in Mühlberg |
| 1901–1920er | Aufbau einer umfangreichen Sammlung durch den Verein zur Schifffahrt, Fischerei, Handwerk und sakralen Kunst |
| Museum |
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| 1926 | Gründung des Museums - Einrichtung in der Klosterpropstei, bereitgestellt durch Familie von Winterfeldt |
| 1920er–1940er | Aufbau und Profilierung der Sammlung durch Hans Kretschmann |
| 1939–1945 | Zweiter Weltkrieg, Auslagerung von Exponaten, Teilverluste und Zerstörungen |
| 1945/46 | Wiederöffnung nach Kriegsende: gesamte Propstei wird zum Museum, Hans Kretschmann übernimmt die Leitung |
| 1970er |
Einschnitt: krankheitsbedingter Rückzug Kretschmanns |
| 1984 | Wiedereröffnung mit sechs Ausstellungsräumen, begrenzte Öffnungszeiten |
| 1986 | Rückkehr in städtische Trägerschaft, Neubeginn unter schwierigen Bedingungen |
| ab 1986 | kontinuierliche Museumsarbeit und erste Erweiterungen bei andauernden baulichen Beschränkungen (u. a. fehlende Heizung) |
| ab 1990 |
Sicherung des Fortbestands nach der Wiedervereinigung durch die Mühlberger Stadtverordneten |
| 2000er |
zunehmender Sanierungsbedarf beschränkt den Museumsbetrieb |
| 2010 | Impuls zur Neukonzeption: Fokus auf die Schlacht bei Mühlberg 1547 Finanzierung durch Land Brandenburg, Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Sparkasse Elbe-Elster, Oetker-Stiftung und Kommune |
| 2010 | erstes Grobkonzept zur Neugestaltung durch Architekt Onno Folkerts |
| 2011 | baubedingte Schließung des Museums und vollständige Auslagerung der Sammlung Einrichtung eines Fachbeirats |
| ab 2012 | Beginn Umbau und Restaurierung, Freilegung historischer Wandmalereien |
| 2013 | Erweiterung (Neubau Wirtschaftsgebäude) über der historischen Kornbrennerei Neugestaltung der Ausstellungen |
| 24. April 2015 |
Neueröffnung mit neuem Namen: Museum Mühlberg 1547 Integration in den Museumsverbund des Landkreises Elbe-Elster |
| 2015–2026 | Entwicklung zum lebendigen Museum mit 3 Dauerausstellungen und 22 Sonderausstellungen, vielfältigen Veranstaltungen und Bildungsangeboten |